Typen für den Laufsteg

Typen für den Laufsteg

Ronja weiß Bescheid, wie es beim Modelcasting in der FH läuft. Die 16-jährige dreht sich vor der Kamera und geht auf dem vorgezeichneten Catwalk, als hätte sie Erfahrung. Stimmt auch: „Ich war letztes Jahr schon einmal beim Casting dabei“, sagt die große, schlanke Brünette am Samstag in der Fachhochschule für Gestaltung. Allerdings hätte ihr der Urlaub mit den Eltern dann für die letzte Modenschau einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wolle dann eben dieses Mal sehen, was dabei rumkommt.

Doch es können durchaus Karrieren dabei herausspringen. Die Modelkartei der FH muss wieder aufgefrischt werden, weil viele der darin enthaltenen Personen nicht mehr zur Verfügung stehen. „Eine, die wir auch dieses Mal gern gehabt hätten, läuft jetzt professionell in Paris“, sagt Ann Cathrin Schönrock, studentische Leiterin der Modenschau.

Bei der kommenden Modenschau werden die Abschlussarbeiten von 15 AbsolventInnen der letzten beiden Semester gezeigt. Die Kollektionen kommen beim Casting aber noch nicht zum Einsatz. Weißes Oberteil, schwarzer Minirock – damit werden die Damen ausgestattet und bewegen sich vor der Kamera. „Basics“ nennen das die Modestudierenden. So kommen die individuellen Unterschiede der Typen besser zur Geltung.

Echte „Typen“ gesucht

Und „Typen“ sind die, die gesucht werden. Groß und schlank genug: Klar. Aber auch interessant sollen sie sein und müssen gar nicht so unbedingt dem Modelbild entsprechen. Ob denn auch Tattoos, Piercings oder Narben erwünscht wären? „Auf jeden Fall sind sie das“, antwortet Schönrock. Eine Jury wie „im Fernsehen“ gibt es auch nicht. Die Dozenten und die angehenden Modedesigner entscheiden beratend, die Models bekommen dann später Bescheid.

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Etwas mehr Zeit sollten die künftigen Models dann noch mitbringen, denn es bleibt nicht nur bei den Modenschauen am 8., 9. und 10. Juli. An den Terminen für das Anpassen der Kleidung und den Proben sollten sie ebenfalls dabei sein. Da wäre ein plötzlicher Urlaub kontraproduktiv.

Die Modenschau selbst findet nach vielen Jahren (z.B. im Ringlokschuppen) wieder erstmals in den Räumen der FH selbst statt, während der Werksschau an der Lampingstraße 3. „Reset“ lautet das Motto – alles auf Anfang. Es soll damit nicht nur einem Umbruch in der Modewelt Rechnung getragen, sondern sich wieder auf das Wesentliche konzentriert werden – nämlich auf die Mode selbst. Warum also für die Präsentation hinaus gehen, wenn man sie auch am Entstehungsort selbst zeigen kann?

Internationale Jury

Während der Schau wird auch der achte Bielefelder Modepreis vergeben. In diesem Jahr ist die Jury hochkarätig und international besetzt: Saskia Schijen, Designerin bei Stella Mc Cartney in London, Anna Smit, Designerin bei COS in London und Philipp Schüller, Creative Director bei Schueller de Waal in Amsterdam finden sich unter den Entscheidern. Eine ideale Möglichkeit also für kompetente Aufmerksamkeit aus der Branche.

Die nächsten Castings finden am 11. und 12. Juni von 13 bis 19 Uhr statt. Voraussetzung: Über 16 Jahre alt sein und… einfach hingehen.

(Fotos: Ann Cathrin Schönrock)

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