Randale auf dem Siggi

Randale auf dem Siggi

Kleine aufgedrehte Leute, so weit das Auge reichte. Kinder sind auf dem Siggi nichts Ungewöhnliches, beim Konzert von Randale schienen sie aber aus allen Ecken zu kommen. Und da am Samstag um 16 Uhr das Arminia-Spiel gerade erst abgepfiffen worden war, schlossen ein paar neugierige Fußballfans mit hinzu.

„Kommt, wir sprechen alle mal wie Fußballfans“, senkte Sänger Jochen Vahle die Stimme und gröhlte einige – jugendfreie – Schlachtrufe ins Mikro, passend zum Sieg des DSC. Aber dann ging es in die Vollen und es hieß „Randale Rock’n’Roll“ – mit dem titelgebenden Lied der CD zum zehnjährigen Bestehen der Band.

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Jochen choppert.

Ungewöhnlich hingegen ist ein einzelnes Konzert auf dem Siegfriedplatz. Und wie es dazu kam, das erklärte Jochen so: „Seht Ihr da hinten unser Auto? Da steht ganz groß RUF drauf.“ Und damit die Band den Wagen fahren darf, dürfe der Bielefelder Jugendreiseveranstalter Ruf zwei Konzerte jährlich verlosen. Eins davon gewann in diesem Jahr eine Grundschule in Gütersloh, das andere der Verein „Rund um den Siggi„.

Auf dem Siggi waren sie in jedem Fall richtig, die Kommunikation mit den Kids stimmte und Jochen konnte die Kleinen komplett zum Pogo animieren. Der Song über den eigenen Superhelden „Käptn Wurstsalat“ wurde gespielt, „obwohl hier auf dem Siggi wahrscheinlich viele Vegetarier sind“. Dass die Kinder sich mit Superhelden auskennen, haben sie auch durch Zurufe bewiesen. Doch Jochen konnte mit der von Fanseite gestrickten und gestifteten Wurstsalat-Mütze selbst Batman blass aussehen lassen.

Für die wenigen im Publikum, die Randale noch nie live erlebt hatten, gab es dann auch eine interessante Neuigkeit: Das Handzeichen, bei dem Zeige- und kleiner Finger aus der Faust gestreckt werden, habe nichts mit dem Teufel zu tun. Denn das seien Hasenohren – die Lauscher vom Hardrockhasen Harald (dem härtesten Hasen im Wald).

Und dann wurden die verdutzten Eltern auch noch stehengelassen, als Jochen den „Oppa und Omma“-Chopper hervor holte und die Kinder auf eine Polonaise quer über den Platz entführte. Also ehrlich! Wenn das alles nicht mal für einen wackeligen Frieden zuhause gesorgt hat. In Ruhe Tatort gucken wollen und die Kleinen haben noch den „Kinderzimmer Punk“ im Ohr? Hat das funktioniert?

Am Tresen der Bürgerwache sorgte die hohe Kinderdichte immerhin für ganz neue Erfahrungen. Ein Gast: „Ich kam nicht dran. Die standen hüfthoch.“

Bilder vom Konzert:




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