Zum letzten Mal: Shpresa Faqis "Paradigmenwechsel"

Zum letzten Mal: Shpresa Faqis „Paradigmenwechsel“

Am Samstag heißt es in der auto-kultur-werkstatt (akw) Abschied nehmen. Dann zeigt die aus dem Kosovo stammende Künstlerin Shpresa Faqi zum letzten Mal ihre Werke in der Teichstraße 32. Porträts von Menschen – aus der Erinnerung heraus gezeichnet und gemalt, zeigt ihre Serie „Paradigmenwechsel – Mal was anderes“. Am 17. Mai ist Faqi bei der Finissage von 15 bis 18 Uhr selbst zugegen, um sich den Fragen der Besucher zu stellen.

Auf den überdimensionalen Gemälden sind an vielen Stellen Auslassungen und Verbesserungen zu erkennen. Faqi habe Personen aus dem Gedächtnis gemalt, die sie mitunter 7 bis 10 Jahre lang nicht gesehen hat. „Aber es sind Menschen, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde“, sagt sie. Und es sei interessant, dass gemeinsame Bekannte eben diese porträtierten Menschen identifizieren können – obwohl die Darstellungen skizzenhaft sind.

Der Entstehungsprozess ist den Werken deutlich anzusehen. „Hier wird noch einmal der Wettstreit der Renaissance zwischen Malerei und Zeichnung im Bild ausgetragen“, sagt die Kunsthistorikerin Irene Below. Und: „Eben weil hier viel ausgelassen wird, wirken sie besonders verletzlich“.

Die Ölbilder werden ergänzt durch ältere Skulpturen und Objekte. Zum Beispiel gibt es mit „Sorry forever“ ein Arrangement von Objekten. Eine zerbrochene Tasse, Faqis alter, jugoslawischer Pass und ein Foto, auf dem die Mutter der Künstlerin zu sehen ist. „Es steht für das Festhalten von Fehlern. Das Begehen von Fehlern ist ein großes Thema für mich“, sagt die Künstlerin darüber.

Fehler – wenn auch unsichtbar – finden sich bei der Skulptur „Trojanische Festplatte“. Es handelt sich dabei um die erste, externe Festplatte, die Faqi sich gekauft habe. „Irgendwann hatten sich dann ein paar Trojaner darauf gesammelt“. Die Künstlerin machte aus der Not eine Tugend und verstärkte ein daran angeschlossenes USB-Kabel, so dass das Objekt nun an eine angreifende Schlange erinnert.

Shpresa Faqi ist wohnhaft in Kassel und hat dort nach ihrem Studium am Bielefelder Oberstufenkolleg seit 2008 Freie Kunst an der GHK  studiert. Die Arbeiten sind entstanden aus einem Dialog zwischen der persönlichen Begegnung und konkreten Erscheinung der Porträtierten und ihrer Wirkung.

Mehr Infos über die Künstlerin unter www.shpresa-faqi.com

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