"Wir bringen's" bei Kurz Um

„Wir bringen’s“ bei Kurz Um

Yasin Karabiba ist stolz auf seine Arbeit. Bis vor Kurzem herrschte im Obergeschoss der Kurz Um-Werkstatätten noch gähnende Leere. Doch nun befinden sich hier der eigene Raum der Produktionsschule sowie weitere Räume für Hauswirtschaft, Aufenthaltsraum, Lager, Serverraum etc. Der Umbau dafür wurde in wenigen Monaten erledigt. Mit dabei: Jugendliche, die davon zuvor noch keine Erfahrung hatten.

Neun neue Räume sind in drei Monaten entstanden. Unter anderem können sich vier Jugendliche im Alter von 19 bis IMG_692723 Jahren für das Ergebnis auf die Schultern klopfen. Im Rahmen der neuen Kurz Um-Projektschule „Wir bringen’s“ haben sie das ganz ohne handwerkliche Ausbildung geschafft. Wände hochziehen, Schrauben, Spachteln, Leitungen ziehen, Tapezieren, Streichen, Fenster und Türen einsetzen, Fußboden verlegen, Transport und Möbelmontage – natürlich unter der Anleitung der Fachleute des Betriebs.

Kurz Um rief die Projektschule zusammen mit dem Jobcenter und dem Bielefelder BAJ ins Leben. Es ginge darum, Jugendliche von praktischen Arbeiten zu begeistern statt sie mit theoretischem Wissen zu überfrachten. „Beim Arbeiten und Lernen an einem Ort wird die Sinnhaftigkeit des Lernens besser erkannt“, ist Almuth Broer vom BAJ überzeugt.

Gute Pole-Position für das Handwerk

Ab jetzt werden bei Kurz Um 12 solcher Schulplätze angeboten, gefördert vom Jobcenter und dem Europäischen Sozialfonds. Beate Scigala von der Arbeitsagentur erklärt: „Unsere Kollegen suchen im Fallmanagement geeignete Personen von 16 bis 25 Jahren, die aus verschiedenen Gründen weit vom Arbeitsmarkt entfernt waren, und schlagen ihnen diesen Weg vor.“ Die Projektschule böte eine gute „Pole-Position“ für das Handwerk, weil man dann schon viel gelernt habe.

Ohne ein bisschen theoretisches Wissen funktioniert aber auch die Teilnahme an der neuen Schule nicht. Und darum fragt Sahin Deniz vom Berufskolleg am Tor 6 bei den Meistern von Kurz Um oft nach, welche Grundlagen bei den aktuellen Arbeitsschritten gefragt sind. So vermittelt Deniz Grundlagen der Mathematik oder der Physik, je nachdem, was gerade an der Reihe ist.

Und da es für manch einen der Jugendlichen nicht immer einfach ist, plötzlich in geregelte Strukturen zu gelangen, wurde ihnen die Sozialpädagogin Jessica Braje zur Seite gestellt. „Die Beschäftigung mit ihnen ging auch schon über den Arbeitsbereich hinaus“, sagt Braje. So hätte es auch schon Hilfe bei der Wohnungssuche oder seelische Unterstützung gegeben.

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Der 23-jährige Karabiba findet das Arbeitsklima dort auf jeden Fall „top“ und: „Alle sind prima“. Seine frühere Leidenschaft für Graffiti durfte er auch an einer Wand in den neuen Räumen ausleben. „Unity“ ist dort jetzt zu lesen – einer Huldigung an das Zusammengehörigkeitsgefühl im Betrieb.

Wer Interesse an der Produktionsschule hat, kann gerne einen Termin mit der Kurz Um-Geschäftsführerin Anke Schmidt vereinbaren. Telefon: (05 21) 13 13 32 oder per E-Mail: schmidt@kurz-um.de.

(Bild oben: Jessica Braje, Guido Finke (Tischlermeister), Sahin Deniz, Yasin Karabiba, Friedrich Görz (Vorarbeiter Malerei), Nikolai Stresler (Meister Malerei), Volker Kroll (Betriebsleiter), Daniela Bautz (Kurz Um-Verwaltung) (hinten, von links), Marc-Andre Eickhoff, Radoslaw Polaczek, Erol Wallies (vorne, von links))

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