Versteigert: 726,20 Euro für die Heilsarmee

Versteigert: 726,20 Euro für die Heilsarmee

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Turm aus Stampfbeton.

Ês ist schon erstaunlich, wie der Auktionator Christian Presch vor der Fülle an gespendeten Dingen steht, um irgendeines davon herauszugreifen und sie dann mit einem spontanen Spruch an den Mann zu bringen. Keine Minute hatte es gedauert, da war eine riesige, rote Weihnachtskugel schon an den mitbietenden Redakteurs-Kollegen verkauft. „Die hängt ab jetzt bestimmt in den Räumen der NW“, kommentierte dies unter lautem Gelächter der Mann mit dem schwingenden Hammer.

Aus geschätzt über 200 Exponaten konnte Presch bei der diesjährigen „Weihnachtsgeschenke Recycling-Versteigerung“ wählen. Bis kurz vor Beginn der Auktion brachten die Gäste noch Kuriosita mit, die sie am Liebsten nicht unter der Tanne entdeckt haben wollten oder die sie für diese Veranstaltung für würdig empfunden hatten. Beim 15. Event dieser Art war den meisten Besuchern schon klar: Hier ergänzen sich guter Zweck und Spaß.

„Die Hand am Geldbeutel sitzt heute bestimmt locker“, meinte Presch noch zu Beginn und wies hin auf die großartige Arbeit der Bielefelder Heilsarmee, der der Erlös zu Gute kommen sollte. Nach zehn Jahren Hartz IV seien die Betroffenen mittlerweile auf Wohltätigkeit angewiesen. Und frei nach Pestalozzi: „Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade“. Die Heilsarmee würde den bedürftigen Leuten alle Hilfe bieten. Sei es mit kostenlosem Essen oder einfach ein bisschen Wärme in ihren Räumen.

Hoch gepokert für den guten Zweck

Der Hinweis darauf saß bei den Besuchern und ihren Portemonnaies! Und danach wurde hoch gepokert bei den 3, 2, 1- Geboten. Seien es Puttenbilder auf Kerzen, die Presch augenzwinkernd als von „Michelangelo selbst darauf gemalt“ bezeichnete, oder der Piccolo-Sekt einer Marke namens Selma Schlagloch („die Kollektion für die Straßen von NRW“). Riesen-Teddys, IKEA-Lampen, Shiatsu-Matratzen. Kochbücher, Ketten und die – noch in Geschenkpapier verpackte – „Katze im Sack“, bei der Unbekanntes seine Höchstbietenden suchte.

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Annabella hat einen Teddy.

Annabella war glücklich über den Riesen-Teddy für sechs Euro. Und Britta Haßelmann, grüne Bundestagsabgeordnete, ersteigerte einen Kupferstich der 1999er Kulturhauptstadt Weimar: „Naja, ich komme da [Anm.: aus Weimar] ja grad her von unserer Klausurtagung. Da hab ich mich mal erbarmt.“ Die lokale Spitze in Richtung des neuen Besucherzentrums an der Sparrenburg wurde von Presch ebenfalls beim Anblick eines kleinen Modellturms im Angebot genutzt: „Nicht wundern, wenn der bröckelt. Der ist aus Stampfbeton“. Und ging weg für einen Euro.

Die Stimmung war bestens, auch unter den Bietenden. Ein erstandenes Bündel Schoko-Adventskalender wurde gleich durch die Reihen gegeben, zum gemeinsame Verzehr.

Zweieinhalb Stunden später, nachdem wirklich alles unter den Hammer ging, konnten Presch und Michael Geymeier von der Heilsarmee endlich mal durchatmen und die Einkünfte zählen. 726,20 Euro sind zusammen gekommen. Das dürfte für den geplanten Neuanstrich des Cafés genügen.

P.S.: Der von hier ersteigerte Benjamin Blümchen-Wecker erwies sich übrigens als höchst effektiv und extrem laut. Tröörööö, danke dafür.




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