Suppen und Socken für die Seele

Suppen und Socken für die Seele

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Morina Miconnet.

Woran man Profis erkennen kann? Wenn sie selbst nicht die beste Laune haben, das Publikum aber dennoch unterhalten können.

Micha-El Goehre war am Montag – vor der Lesebühne „Die 2“ im Heimat+Hafen – offenbar mit dem falschen Fuß aufgestanden. Und er machte daraus auch keinen Hehl, aber aus der Not eine Tugend: Der bühnenerprobte Goehre brachte einfach Texte wie „112 Wege, seine Ex-Freundin/seinen Ex-Freund zu töten“ vor das Mikrofon. Dem Ratschlag der Mutter, Suppen und Socken seien das beste Mittel gegen Niedergeschlagenheit, wusste sein Kompagnon Andreas Weber aus ähnlich gearteter Erfahrung zu entgegnen: „Nee, Mutter, ich will ganz sicher keine Baumwollunterhosen mehr tragen“. Webers 42ster Geburtstag im Café ließ die elterliche Fürsorge in einem ganz anderen, überspitzten Licht erscheinen.

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Matthias Marschelt.

„Mach es doch mal anders“ riet daneben der geladene Matthias Marschalt in seinem „This is a text for the broken hearted“: Streich dir das Brot auf die Marmelade oder: Dreh Star Wars neu und lass das Imperium mal gewinnen! Und vor Allem: Vergiss doch mal die blöde Ex, den blöden Ex und du wirst sehen: Alles wird neu.

Als musikalischer Gast sorgte Morina Miconett zwischendurch für reichlich Kraft. Eine kleine Frau (mit kleiner Gitarre), dafür aber mit einem um so größerem Organ ausgestattet, und die es vermochte, alle Anwesenden kurzzeitig in Gedanken aus dem Heimat+Hafen in die Ferne schippern zu lassen.

War das Gebotene gelebte Therapie oder Inszenierung? Wenn es sich um Letzteres handelte, sind wir gespannt, was sich „Die2“ für das nächste Mal ausdenken.

CutieCutieStuckmann

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