Liebe für Marcus Uhlig

Liebe für Marcus Uhlig

Wenn jemand in Ruhe gelassen werden will, dann müssen wir das auch respektieren. Ein „Erschöpfungs-Syndrom“ ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, auch wenn die große Fußballgemeinde schnell auf die Idee kommen könnte, der solle sich mal nicht so anstellen.

Das „die sollen sich nicht so anstellen“ bringt aber gerne die betroffenen Leute und Fans voll auf die Palme. Das Problem ist auch hier bekannt. Bielefelds Westliche existiert nämlich nur deshalb, weil der Druck derzeit auf allen Ebenen immer höher wird. In allen Verlagshäusern. Schnell, schnell muss es gehen. Und als Arminia die Pressemeldung über das Ausscheiden Marcus Uhligs per E-Mail herausgab, hatte die NW es zehn Minuten später online serviert. Was für ein Wahnsinn.

Zurückhaltung wäre geboten, ganz im Sinne der Gesundheit von Marcus. 12 Jahre des Auf und Abs beim DSC können schnell in die Diagnose F32.1* führen. Aber die Jahre waren ja durchaus erfolgreich. Mal bitte: 12 (ausgeschrieben: Zwölf!) Jahre Arminia, inklusive der Ära Kentsch. Von der ersten in die dritte Liga, wieder rauf in die zweite. Vom Pressesprecher zum Geschäftsführer, während des Baus der neuen Tribüne. Für diesen Preis? Wenn einem in der Vergangenheit schon als Fan die (Darmstadt-)Düse ging, wie muss es sich dann erst für einen Geschäftsführer anfühlen? „Diese Entscheidung habe ich in enger ärztlicher und familiärer Abstimmung getroffen,“ heißt es innerhalb der Pressemitteilung von Arminia.

Familie ist wichtiger an diesem Punkt als alles andere. Immerhin hat Marcus das Glück mit Frau und Kindern, die in diesem schwierigen Moment zu ihm stehen. Und die scheinen ihn zu lieben.

Also: Kündigt Eure Zeitungs-Abos und stellt mal für einen Moment den Fernseher ab (und klickt hier nicht andauernd hin). Um Euch drumherum könnte immerhin was Gutes passieren.

*ICD-10-Code auf dem gelben Schein. Kennen wir. Das fühlt sich unfassbar besch* an. Dagegen sind Wehwehchen wie Kopf- oder Zahnschmerzen ein Witz. Echt jetzt.

WolkenschiebarEdeka NiehoffStuckmann

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