Kein Rechter auf dem Platz

Kein Rechter auf dem Platz

Na, wenn schon, denn schon. Auch wenn die angekündigte Pegida-Demo abgesagt wurde, warum dann eigentlich die Gelegenheit der Gegendemonstration verstreichen und ein Kulturfest auf dem Bahnhofsvorplatz sausen lassen? Das dachten sich sich am Montagabend ebenfalls rund 1.000 Teilnehmer und das Bielefelder „Bündnis gegen Rechts“.

Ausgerechnet am 20. Juli, dem Jahrestag des Stauffenberg-Attentats (wahrscheinlich ist das bei der rechten Orga nicht einmal jemandem IMAG0419aufgefallen), wollte die rechtsgerichtete Bewegung auf dem Platz gegen „die Islamisierung des Abendlands“ demonstrieren. Auf dem Platz, auf dem ein Mahnmal gegen die im Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Juden steht.

Und der Veranstalter Thomas Borgartz hatte dann laut NW wegen mangelnder Unterstützer kurz vor knapp abgesagt – oder wie die Absage auf der inzwischen gelöschten Facebook-Seite begründet war: „Dies liegt auch an denen mir bekannt gewordenen geplanten Gewalt- und Störaktionen aus den Reihen der Gegendemonstranten.“ Woher auch immer Borgartz diese Drohungen bekommen magen hab.

Ein Kulturfest mit Musik und Theater

IMAG0420Rechtsextreme Gestalten, Parolen oder Banner waren am Montag dann auch gar nicht auf dem Bahnhofsvorplatz auszumachen. Vielmehr – trotz des leichten Regens – ein Miteinander mit Rhythmen, Musik von den „LesBenitas“ bis zu den „Se Bethels“ über zahlreiche einzelne Musiker. Und auch Performances wie die des AlarmTheaters mit ihrem „Aufschrei der Kulturen“ von jugendlichen Flüchtlingen.

Es gab aber auch ein paar Worte: Janina Hirsch (DGB), Wiebke Esdar (SPD) und Michael Gugat (Piraten) warnten vor der Pegida als einem „rassistischem Sammelbecken“: Ihre Parolen richteten sich gegen Muslime, Geflüchtete, Homo-, Bi-, Transgender und Intersexuelle. Und sie würden diese Parolen gegen die Demokratie richten und die in antisemitischer Manier als „Lügenpresse“ bezeichneten Medien.

Städete und Kommunen würden sich vielfach für eine „Willkommenskultur“ gegenüber den Flüchtlingen aussprechen. Oberbürgermeister Pit IMAG0429Clausen (SPD) sowie Bürgermeister Andreas Rüther (CDU) waren ebenfalls anwesend und bekräftigten Bielefelds Weltoffenheit.

Jetzt: „Biegida“

Thomas Borgartz hat übrigens – nachdem der Dresdener Pegida-Vorsitzende Lutz Bachmann sich von der OWL-Gruppe distanzierte, eine eigene Initiative unter dem Namen „Biegida“ angekündigt. Eine Facebook-Seite dazu gibt es schon – mit aktuell (Stand: 21.07.2015, 13 Uhr) 29 Followern. Darauf ist zu lesen (Zitat): „Die Veranstaltung werden wird in einigen Wochen an einem anderen Ort in Bielefeld diesmal unter den Namen von „Biegida“nachgeholt.“

Siehe auch: 10.000 für weltoffenes Bielefeld

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