Eingeschlossen auf Spurensuche

Eingeschlossen auf Spurensuche

Fünf junge Frauen lassen sich gemeinsam freiwillig in einen Raum einschließen, um dort wieder hinaus zu gelangen. Das klingt auf den ersten Hörer gewöhnungsbedürftig, ist aber ein neuer Trend. „Escape Game“ nennt sich das Erlebnis, und das wird ausgerechnet an der Stapenhorststraße 60, im „Hanfwolf-Haus“, seit dem letzten Jahr sehr liebevoll betrieben.

Für Klaustrophobiker ist das natürlich nichts. Doch die Studienfreundinnen Kati, Joana, Seden, Sabine und Nora wollen wissen, ob sie die Rätsel lösen können, die ihnen den Schlüssel zum Ausgang verschaffen. Und sie trafen sich bei der noch jungen Agentur Raum&Zeit.

„Escape Games“ gibt es schon seit einigen Jahren, sogar von Ketten betrieben. Die Studenten Sebastian Keller und Michael Wabiszczewicz sind selbst Fans dieses Spiels, wollten dem bloßen Rätselraten aber noch einen besonderen „Thrill“ verleihen.

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Welches Video ist das richtige? Seden und Sabine forschen.

Sie erfanden Krimigeschichten um die bloße Raumflucht. „Denn das macht es irgendwie schöner,“ sagt Sebastian. Der Renner ist derzeit „Der Fall Schwartz“, in dem der Chefredakteur einer Bielefelder Tageszeitung namens Bloomberg die Probanden darum bittet, den zwielichtigen Geschäftsmann Victor Schwartz bei seinen Machenschaften zu überführen.

Kombiniere, kombiniere

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Mit dabei: Das Kryptex.

Und so motiviert, betreten auch die fünf Damen den Raum ganz anders, als ob sie nur heraus wollten. Hinweise werden gesucht, Top-Secret-Dokumente erstöbert. Zahlen mit Buchstaben kombiniert. Und auch das Kryptex – auch bekannt als Schlussstein aus Dan Browns „Sakrileg“ – kommt zum Einsatz, das Kati letztendlich mit dem gemeinsam gefundenen Losungswort öffnen darf. Das Deuten von Symbolen lässt den Agierenden tatsächlich ein wenig in die Haut von Robert Langdon schlüpfen. Und nein, das Lösungswort auf dem Kryptex lautete nicht „Apple“.

Die Geschichte drumherum und die Suche nach Lösungen ist wahrhaft ausgeklügelt. Aber man darf ja wirklich nicht zuviel verraten. Schnell ruft Seden: „Ich hab den Schlüssel.“ Der sich allerdings nur als der nächste Schlüssel für die kommende Hürde heraus stellt. Und dann tauchen plötzlich Zeichen auf, die nicht mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Oder es gibt Gegenstände im Raum, die andere Zwecke erfüllen als die, für die sie zunächst gedacht erscheinen.

Bei den Damen steigt das Adrenalin bis in hohe Sphären. Der Geschäftsmann Victor Schwartz hat seine Geschäfte und Kontakte augenscheinlich gut verschlüsselt. Landkarten, Rechenschieber, Zahlencodes für den Aktenkoffer wollen erkannt und enttarnt werden. Nora durchsucht sämtliche Schubladen. Das Passwort für den Computer, die richtige VHS-Kassette für den Videorekorder – all das hilft auf dem Weg zur Lösung und zur Freiheit. Selbst als bloßer Beobachter fällt es schwer, nicht doch hier und da eine Vermutung zu äußern, so stark wird hierbei der Spieldrang.

Ausrasten vor Freude

Am Ende – vier Minuten vor Schluss – liegt der entscheidende, letzte Schlüssel in den Händen der Gruppe. Und unter einem Riesenjubel wird die befreiende Tür geöffnet und ein gemeinsames, fünffaches High-Five getauscht. Die Macher Sebastian und Michael freuen diese Momente immer wieder, besonders dann, wenn die Leute wie hier „richtig ausrasten“.

„Das hat richtig Spaß gemacht,“ sagt Joana. Und Sabine ergänzt: „Unglaublich geil. Cool.“

Zwei bis Sieben Menschen können sich bei Raum&Zeit für maximal eine Stunde einsperren lassen. Die Interaktion darin – das merkt man

Die Macher: Michael Wabiszczewicz und Sebastian Keller.

Die Macher: Michael Wabiszczewicz und Sebastian Keller.

sofort – fördert das Teamwork ungemein. Man will ja gemeinsam rauskommen. Und wenn nicht, naja, dann wird die Gruppe nach 60 Minuten sowieso hinaus gelassen. Der Drang, sich mit vorigen Gruppen zu messen, bleibt aber. Die Schnellsten sollen 30 Minuten und 31 Sekunden benötigt haben, sagt Sebastian.

Wer die Herausforderung annehmen will, kann sich hier informieren.
raumundzeit-owl.de

P.S.: Wer den „Fall Schwartz“ ausprobieren möchte, muss sich beeilen. Denn er ist der erste Teil einer geplanten Trilogie, und es wird bald umgebaut. Bei Raum&Zeit gibt es aber noch einen zweiten Raum, den „Sullivan-Versuch“.

Geschafft!

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Weitere Bilder von der Spurensuche:

CutieEdeka NiehoffStuckmann

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