"Betreten des Rasens erlaubt"

„Betreten des Rasens erlaubt“

Es hat etwas gedauert, aber nun ist das „Orientierungssystem“ für den Bürgerpark in Form von Info-Stelen installiert. Hans-Rudolf Holtkamp, ehemaliger Geschäftsführer von Bielefeld Marketing, hatte sich ein solches Infosystem anstelle einer Abschiedsfeier zum 1. Januar 2015 gewünscht. Die Kosten übernahm der Bielefelder Verkehrsverein, dessen Geschäftsführer Holtkamp ebenfalls war.

Wie sein Nachfolger Martin Knabenreich berichtet, wurden die Stelen am 5. und 6. Oktober aufgebaut und bieten nun den Besuchern nicht nur einen Orientierungsplan, sondern auch historische Infos zur Entstehung des Parks.

Der darauf zu lesende Text:

„Die Anfänge des Bürgerparks reichen zurück bis ins Jahr 1919. Einst diente das rund 3,5 Hektar große Grundstück der Familie Hagemeier als Tongrube. Die Idee, daraus eine städtische Naherholungsanlage zu bauen, stammt aus der Feder des damaligen Gartenbaudirektors Paul Meyerkamp (1880-1949). Gegen alle Kritik fanden seine Pläne auch bei Oberbürgermeister Dr. Rudolf Stapenhorst (1865-1944) großen Anklang. Einige Stadtverordnete favorisierten in diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten zunächst eher eine parzellierte Nutzung zum Gemüseanbau.
Im Rahmen von Notstandsarbeiten, die vor allem arbeitslosen ehemaligen Soldaten des Ersten Weltkriegs Beschäftigung geben sollte, konnte der Bürgerpark nach zwei Jahren Bauzeit 1921 fertiggestellt werden. Die Kosten betrugen rund eine halbe Million Reichsmark.
1933 wurde der Bürgerpark in früher Linientreue in Adolf-Hitler-Park umbenannt. 1945, nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, erhielt er wieder seinen alten Namen. der 1961 aufgestellte „Gumbinner Elch“ dient den Heimatvertriebenen aus dem ostpreußischen Kreis und der Stadt als Erinnerungs- und Versammlungsort. Die Stadt Bielefeld pflegt seit 1954 eine Patenschaft über Gumbinnen.
Seit seinem Bau wurde der Park mehrmals verändert und mit Elementen eines Landschaftsparks aufgewertet. Die wichtigen Gestaltungselemente mit der Hauptachse von der Stapenhorststraße zur Werther Straße und dem Teich als Mittelpunkt wurden erhalten.
Und noch eines ist über all die Jahre erhalten geblieben: Er gehört zu den beliebtesten und attraktivsten Grünanlagen in Bielefeld. Schon frühzeitig wurde hier das Motto „Betreten des Rasens erlaubt“ umgesetzt.“

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